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Enttäuschung über Umgang mit Antrag zur Jugendarbeit

SPD und Grüne wollen Jugendarbeit im Brohltal verbessern

Jan 2, 2023 | Brohltal, Brohltal Aktuell, Politik, Top-Meldung Brohltal, Top-Meldungen

Brohltal. Eigentlich war alles bereitet für deutliche Verbesserungen in der Jugendarbeit in der Verbandsgemeinde Brohltal. Die Fraktionen von Grünen und SPD hatten einen Antrag vorbereitet und mit dem Fachpersonal sowie der Spitze der Verwaltung abgestimmt. Auch die anderen Fraktionsvorsitzenden sowie die Beigeordneten wurden mit eingebunden. Der zuständige Fachausschuss für Jugend, Sport und Soziales stimmte dann auch einstimmig für die Schaffung einer weiteren Stelle in der Jugendarbeit. Mehrheitlich wurde beschlossen, diese bei einem freien Träger anzusetzen. Umgesetzt werden sollte der Beschluss im Haushaltsjahr 2023.

Jutta Dietz, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Rat: „Aktuell versucht die Verwaltung, mit Strukturen aus 1990er-Jahren Jugendarbeit zu machen, die den multiplen Herausforderungen des Jahres 2023 gerecht wird. Das kann nicht funktionieren. Neben mehr Angeboten für die Jugendlichen hätte uns die beschlossene Ansiedlung bei einem externen Träger darüber hinaus die Vernetzung verbessert und weitere finanzielle Fördermöglichkeiten eröffnet. Andere Gebietskörperschaften sind uns bei diesem äußerst wichtigen Thema meilenweit voraus.“

Die Dringlichkeit, die auch durch das verwaltungsseitig vorgelegte Zahlenmaterial mehr als deutlich geworden war, wurde vom Haupt- und Finanzausschuss der Verbandsgemeinde allerdings nicht gesehen. Auf Antrag von CDU und FWG wurde die Schaffung der weiteren Stelle in der Jugendarbeit dort nämlich erneut beraten und das, obwohl in den Fachausschüssen gefasste Beschlüsse üblicherweise direkt im Verbandsgemeinderat behandelt werden. Eine nachvollziehbare Begründung, wieso man mit diesem Beschluss nun anders verfahre, war seitens der Verwaltungsspitze in der Ausschusssitzung nicht in Erfahrung zu bringen. Laut CDU und FWG will man mit der neuen Stelle warten, bis die laufende Organisationsuntersuchung im entsprechenden Fachbereich gelaufen sei. Erst dann könne man sich abschließend dazu äußern.

„Ein fragwürdiges Manöver“, so Frank Klapperich, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rat. „Die Organisationsuntersuchung war während der ganzen Vorberatungen unseres Antrags Fakt. Weder durch die Verwaltung noch im Fachausschuss wurde das problematisiert. Es drängt sich der Eindruck auf, dass hier ein Vorwand gesucht wurde, um den einstimmigen Beschluss des Fachausschusses zu kippen. Über die zugrundeliegende Motivation kann man nur spekulieren. Angesichts der Lage in der Jugendarbeit ist das ein fataler Entschluss.“

Zwar seien Mittel für die zu schaffende Stelle noch immer im Haushaltsplan für 2023 vorgesehen, günstigstenfalls sei die neue Stelle damit auf die lange Bank geschoben, so Dietz und Klapperich. „Dem ist nicht so. Beschlüsse bzw. Empfehlungen der Fachausschüsse sind in der Vergangenheit entsprechend umgesetzt worden. Es ist schon erschütternd genug, dass Verbesserungen, die wir am besten vorgestern schon umgesetzt hätten, auf übermorgen verschoben werden. Grüne und SPD werden gemeinsam weiter für die dringend notwendigen Verbesserungen in der Jugendarbeit kämpfen. Alleine auch schon aus Respekt vor den ehrenamtlich Tätigen in unseren Fachausschüssen und den durch sie gefassten Beschlüsse. Wir werden nicht ruhen, bis wir in der Jugendarbeit zeitgemäße und aufgabengerechte Strukturen geschaffen haben. Durch das aktuelle Vorgehen ist die Verbandsgemeinde Brohltal bei der Jugendarbeit leider weiterhin Schlusslicht im Kreis Ahrweiler“, so Klapperich und Dietz abschließend.

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