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Neue Einblicke in Kempenicher Geschichte: Verstöße gegen zu schnelles Fahren gab es schon 1841

Juni 13, 2026 | Geschichte, Kempenich Aktuell

Original Goldbachmusikanten

Kempenich. Kempenich blickt auf eine bewegte Ortsgeschichte zurück, die bei einem Vortragsabend mit vielen historischen Episoden lebendig wurde. Bereits 1825 gab es in Kempenich eine Polizei-Bekanntmachung zum Verkehr auf den Ortsstraßen; nach mehreren Unfällen durch zu schnelles Fahren folgte am 19. Oktober 1841 eine neue Anordnung, die das schnelle Fahren der Wagen, besonders um die Ecken der Gassen, ausdrücklich untersagte. Verstöße konnten mit Geld- oder Leibesstrafen geahndet werden.

Auch die Polizei hatte damals offenbar nicht nur den Verkehr, sondern ebenso Kutscher im Blick, die dem Alkohol zu sehr zugeneigt waren. Der historische Rückblick spannte anschließend einen Bogen bis in die Gegenwart, als Vergleich zu heutigen Problemen mit zu schnellen E-Bikes gezogen wurde.

Ein weiterer Schwerpunkt des Abends war die regionale Berichterstattung des 19. Jahrhunderts: Die Mayener Volks-Zeitung informierte ab 1876 nicht nur über internationale Meldungen aus Städten wie Constantinopel, Ragusa, Odessa, Athen und Petersburg, sondern auch über lokale Themen wie Holzversteigerungen und Todesfälle in der Umgebung von Mayen und Kempenich.

Darüber hinaus wurde an die Familien erinnert, die im 19. Jahrhundert nach Kempenich kamen, darunter Adams, Jaeger, Schmitz und Nett. Auch die heute noch bekannten Haus- und Spitznamen wie „Bibs Häns“, Don Krawallo, Bodenturner und Frtzehannes wurden genannt.

Vorgetragen wurde außerdem die Chronik der Blaskapelle, die erstmals 1885 auftrat. In den 1960er Jahren gehörten unter anderem Schäwesch Albert/Heinrich, Schostech Albert, Männlein, Schmette Büb und Bellches Knödde dazu. Von den damals 23 Mitgliedern leben nach den Angaben noch Schostech Horst und Schommesse Bruno. Nach Pausen ging es bis 1999 weiter; letzter Vorsitzender war Ete Werner.

Heute führen die Original Goldbachmusikanten die musikalische Tradition fort. Unter Vorsitz von Christoph Solluch prägten sie über 16 Jahre die Entwicklung des Ensembles; die Gruppe steht für Musik aus vielen Richtungen und tritt im Jahr im Schnitt 25 bis 30 Mal auf. Zum Abschluss des Abends wurde unter dem Oberthema des Ermländer Siedlungszuzugs 1950 die Geschichte von Kramer Schorsch und dem Buch „Eifelland – Ein Heimatbuch“ aufgegriffen, deren Ursprung in der Familie Röhrig gesehen wurde.

Das nächste Treffen findet am 14. Juli 2026 um 18 Uhr im Gasthof Bergweiler statt.

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