Kreis Ahrweiler. Weil das Remagener Freizeitbad derzeit wegen Sanierungsarbeiten geschlossen ist, hat die DLRG Remagen eine ungewöhnliche Lösung organisiert: Ehrenamtliche bringen Kinder und Jugendliche mit der Rheinfähre zum Hallenbad nach Unkel, damit das Schwimmtraining weiterlaufen kann.
Für die FDP im Kreis Ahrweiler ist dieses Engagement ein starkes Zeichen – zugleich aber auch ein Warnsignal. „Wenn Kinder zum Schwimmkurs mit der Fähre und sogar in einen anderen Landkreis fahren müssen, zeigt das vor allem eines: Wir haben zu wenig Schwimmflächen für Schulen und Vereine“, sagte Christina Steinhausen, stellvertretende Kreisvorsitzende der FDP und Fraktionsvorsitzende im Remagener Stadtrat. Schwimmen sei keine Freizeitoption, sondern eine grundlegende Fähigkeit. Jedes Kind solle die Möglichkeit haben, sicher schwimmen zu lernen.
Die FDP fordert deshalb seit längerem ein kreisweites Schwimmbadkonzept. Dieses soll erfassen, welche Wasserflächen im Kreis vorhanden sind, wie hoch die Auslastung ist und wo zusätzliche Kapazitäten benötigt werden. „Im Moment plant jede Kommune für sich. Das wird der Situation nicht mehr gerecht“, betonte Ulrich van Bebber, Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion. Nötig sei eine koordinierte Planung für den gesamten Kreis.
Auch die Kreisverwaltung sieht die FDP stärker in der Verantwortung. Die Initiative der DLRG verdiene großen Respekt, gleichzeitig zeige der organisatorische Aufwand, dass im Kreis ein strukturelles Problem bei den Schwimmbadkapazitäten bestehe. Auf Landesebene fordert die FDP zudem ein Sonderprogramm „Schwimmbad“, das Erhalt, Sanierung, Modernisierung und Neubau – insbesondere von Lehrschwimmbecken – gezielt unterstützt.
„Gerade im Ahrtal sehen wir, wie wichtig funktionierende Schwimmbäder für Kinder und Jugendliche sind“, sagte David Jacobs, Vorsitzender der FDP in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Ehrenamt könne fehlende Infrastruktur nicht dauerhaft ersetzen. Deshalb brauche es mehr Schwimmbäder im Kreis und eine klare Strategie für den Ausbau der Kapazitäten.





