Kempenich. „Leitstelle für 00 – WP 2 in Ordnung, staubt gut ab“ Diese Aussage des Fahrers unseres Vorauswagens mit der Startnummer 00, der traditionell vor allen Teilnehmern die Strecke abfährt, sorgte beim Organisationsteam der Rallye Kempenich für große Erleichterung: Die Wertungsprüfung konnte wie geplant gefahren werden. Doch der lange Weg dorthin begann bereits zwei Tage zuvor.
In den Tagen vor der Veranstaltung liefen die letzten Vorbereitungen auf Hochtouren. Besonders im Fokus stand die neue Wertungsprüfung in Bell, die durch das Lavawerk der H.W.S. Lava GmbH führte und damit einen ungewöhnlich hohen Schotteranteil aufwies. Genau diese Besonderheit bereitete uns allerdings zunächst Sorgen. Am Freitag erreichte uns eine Meldung des Leiters der Streckensicherung, die für Unruhe sorgte: Es sei extrem staubig, die Sicht teilweise stark eingeschränkt, und der Staub ziehe kaum ab. Die Trockenheit der vergangenen Woche hatte der Strecke deutlich zugesetzt. Was zwei Wochen zuvor noch durch Schnee und Regen matschig gewesen war, hatte sich inzwischen in eine dicke Staubschicht verwandelt, die beim Befahren des Asphalts massive Staubwolken verursachte, die durch wenig Wind kaum abzogen.
Schnell wurde klar: So konnte es nicht bleiben. Die Telefone liefen heiß, mögliche Helfer wurden kontaktiert und parallel ein Plan B entwickelt. Zunächst entschieden wir uns, den groben Staub von der Strecke zu fegen und die Situation anschließend neu zu bewerten. Doch als am nächsten Tag der Aufbau der Wertungsprüfung begann, zeigte sich rasch, dass eine einmalige Reinigung nicht ausreichen würde. Für das Organisationsteam bedeutete das: Vorsorgen. Gemeinsam mit dem Rallyeleiter überlegten wir was zu tun ist, damit die WP trotz hoher Staubentwicklung befahren werden kann.
Die erlösende Nachricht kam schließlich am Veranstaltungstag selbst. Als der Vorauswagen die Strecke kontrollierte, meldete sich der Fahrer über Funk: „Leitstelle für 00 – WP 2 in Ordnung, staubt gut ab.“ Kurz darauf konnte die Wertungsprüfung planmäßig gestartet werden. Für das gesamte Organisationsteam war diese Rückmeldung Balsam für die Seele – wieder eine Herausforderung gemeistert. Möglich war uns dies jedoch nur durch die Unterstützung der Gemeinde Kempenich, die uns Gemeindearbeiter und Kehrmaschine zur Verfügung stellten. Gerade solche Momente zeigen, wie wichtig die enge Zusammenarbeit innerhalb und außerhalb des Vereins ist, denn ohne dies wäre eine erfolgreiche Veranstaltung für uns nicht zu stemmen.
Dass dies auch in diesem Jahr gelungen ist, bestätigte nicht zuletzt Gesamtsieger Dennis Rostek, der die neue Wertungsprüfung besonders hervorhob: „Die WP im Steinbruch war herausragend für eine Rallye 70. Da gibt es aus meiner Sicht nicht viel Konkurrenz, die eine so tolle Rallye auf die Beine stellt.“ Für uns ganz klar: Die Arbeit im Vorfeld hatte sich gelohnt! Mit insgesamt 101 Startern präsentierte sich die Rallye Kempenich auch in diesem Jahr mit einem hervorragend besetzten Teilnehmerfeld. Fahrerinnen und Fahrer aus dem Deutschen Rallye Cup, der Deutschen Rallye-Meisterschaft sowie der Youngtimer Rallye Trophy stellten sich den insgesamt 70 Wertungsprüfungskilometern, die durch die Ortschaften Weibern, Hausten, Bell, Kempenich/Engeln, Hannebach, Wollscheid und Heulingshof führten. Am Ende schafften es 66 ins Ziel. Der MSC Kempenich bedankt sich herzlich bei allen beteiligten Gemeinden und Anwohnern für die Unterstützung und die Genehmigung unserer Veranstaltung. Ohne dieses Vertrauen wäre eine Rallye in dieser Form nicht möglich.





