Oberdürenbach / Koblenz. Die bundesweite Fahndung in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… Ungelöst“ hat eine große Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Nach der Ausstrahlung am vergangenen Mittwoch (9. September 2026) gingen bei den Ermittlungsbehörden insgesamt mehr als 80 neue Hinweise aus der Bevölkerung ein. Im Fokus der Ermittler steht nun insbesondere eine ganz bestimmte Zeugenspur.
Rückblick: Was war passiert?
Das Verbrechen geschah am Nachmittag des 21. Juni 2025. Ein siebenjähriges Mädchen hielt sich auf einer Geburtstagsfeier am Sportplatz in Oberdürenbach auf. Als das Kind die Veranstaltung für einen kurzen Moment verließ, traf es auf einem direkt angrenzenden Feldweg auf den bislang unbekannten Täter. Der Mann führte das Mädchen zu einem nahegelegenen Pferdeunterstand und zwang es zu sexuellen Handlungen.
Da am selben Wochenende das bekannte 24-Stunden-Rennen am Nürburgring stattfand, könnten auch überregionale Zeugen und Motorsport-Fans eine wichtige Rolle bei der Aufklärung spielen. Trotz intensivster Ermittlungen – darunter eine großangelegte Dorfbefragung und eine DNA-Reihenuntersuchung an 1.463 Männern in Niederzissen – fehlt vom Täter bislang jede Spur.
Neue Hinweise konzentrieren sich auf gesuchten Jogger
Wie die Staatsanwaltschaft Koblenz und die Kriminalinspektion Mayen mitteilen, bezogen sich die nach der TV-Ausstrahlung eingegangenen Tipps im Wesentlichen auf einen ganz bestimmten Zeugen: einen bislang unbekannten Jogger oder Wanderer, der sich zur Tatzeit in der Nähe des Sportplatzes aufhielt.
Aus der Bevölkerung gingen hierzu konkrete neue Ansätze ein:
- Zu dem vom Jogger getragenen Rucksack
- Zu potenziellen Laufrouten in der Region Brohltal
Die Ermittler erhoffen sich von der Identifizierung dieses Zeugen entscheidende Details, die zu einer heißen Spur führen könnten.
Ermittlungen laufen auf Hochtouren – Polizei bedankt sich
Die Kriminalinspektion Mayen wertet die eingegangenen Informationen derzeit in enger Absprache mit der Staatsanwaltschaft Koblenz akribisch aus. Zur Qualität der einzelnen Hinweise machten die Behörden aus taktischen Gründen noch keine Angaben, um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden.
Die enorme Resonanz zeigt deutlich, wie sehr das Verbrechen die Öffentlichkeit nach wie vor bewegt. Polizei und Staatsanwaltschaft bedanken sich ausdrücklich für die große Unterstützung aus der Bevölkerung.
Täterbeschreibung und 7.500 Euro Belohnung
Der Täter ist nach wie vor flüchtig und wird wie folgt beschrieben:
- Alter/Größe: ca. 30 bis 35 Jahre alt, ca. 1,70 bis 1,80 Meter groß mit kräftiger Statur.
- Aussehen: Heller Teint, dunkle kurze Haare und ein auffälliger Oberlippenbart.
- Bekleidung zur Tatzeit: Schwarzes T-Shirt und kurze schwarze Hose.
- Besonderheiten: Der Mann gab an, Kfz-Mechatroniker zu sein, zeigte großes Interesse an Motorsport und könnte aus dem Raum Köln stammen.
Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, ist weiterhin eine Belohnung von 7.500 Euro ausgesetzt.
Kontakt für Zeugen:
Hinweise nimmt die Kriminalinspektion Mayen (Tel.: 02651 / 801455), die Polizeiinspektion Remagen (Tel.: 02642 / 9382-0) oder jede andere Polizeidienststelle entgegen. Informationen können auch anonym über das Online-Hinweisportal der Polizei Rheinland-Pfalz eingereicht werden.