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70. Veranstaltung Kempenicher Ortsgeschichte: Abend voller Erinnerungen und erfreulicher Neuigkeiten

Jan. 20, 2026 | Geschichte, Kempenich Aktuell

Kempenich. Bereits zum 70. Mal trafen sich Geschichtsinteressierte zur Veranstaltung über die Kempenicher Ortsgeschichte – und konnten sich diesmal nicht nur über spannende Einblicke in die Vergangenheit, sondern auch über erfreuliche aktuelle Entwicklungen freuen.

Zu Beginn wurden positive Nachrichten aus der Gemeinde übermittelt: Die Arbeiten an der Zuwegung zum neuen Standort der Feuerwehr haben begonnen. Auch im **Neubaugebiet Beun-Mathiasberg** werden demnächst die ersten baulichen Maßnahmen sichtbar. Dort hatte die Gemeinde bereits im Jahr 2000 Flächen für rund 50.000 Euro als Ausgleichsfläche für den Warzenbeißer erworben. Nun erhielt der Warzenbeißer besondere Aufmerksamkeit, da er in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum „Insekt des Jahres gekürt wurde.

Ein Schwerpunkt des Abends lag auf der Kempenicher Familien- und Sozialgeschichte. Anhand der Namen Diezler, Ebert, Klapperich und Bodendein wurden nicht nur Stammbäume und ihre Entwicklungen vorgestellt – die Familiennamen Ebert und Bodendein sind im Ort heute nicht mehr vertreten – sondern auch zahlreiche Anekdoten lebendig. So wurde an „Dezelech Annche“, an Kurt Klapperich („Lattek“) als Co-Trainer der erfolgreichen Landesligamannschaft des SC Kempenich sowie an „Fritzehannes Köbes“, genannt Bananeköbes, erinnert. Dessen Frau Charlotte, geb. Begaroeva, war im Dorf auch als Frau Steinhäger bekannt.

Ein weiteres Kapitel widmete sich der Geschichte der Juden in Kempenich. Die ersten nachweisbaren Erwähnungen stammen aus dem Jahr 1751, als jüdische Einwohner als „hochgräfliche Schutzjuden“ unter dem Schutz des Grafen von Eltz standen. Um 1830 lebten 21 jüdische Bürger in Kempenich. Zu den bekanntesten gehörten der Metzger Salomon Kempenich und sein Sohn Joseph, ebenfalls Metzger, außerdem Salomon Rosenthal, Joseph Feit sowie Adolf „Vüjels Adi“ Eggener, der unter anderem mit Vögeln handelte.

Auch die Gastronomiegeschichte Kempenichs wurde beleuchtet. Bereits vor 1438 ist Wirtshauskultur im Ort nachweisbar. Die heute noch bestehende Pizzeria „Flennes“ geht auf das Jahr 1730 und die Familie Wilms zurück. Anfang der 1990er Jahre existierten in Kempenich acht Gasthöfe in unterschiedlicher Form. Drei davon sind bis heute geblieben – ein im Verhältnis zur Einwohnerzahl bemerkenswerter Wert, nicht nur im Brohltal, sondern im gesamten Kreis.

Besondere Aufmerksamkeit fand zudem das Kapitel Sternsinger: Ein historisches Foto aus etwa 1967 zeigte Caspar, Melchior und Balthasar mit dem sterntragenden Herold. Für eine schöne Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart sorgte die Teilnahme von drei aktuellen Sternsingern, die bei dem Treffen anwesend waren.

Den Abschluss des Abends bildete ein Vortrag über die Prinzen der GKKG: Seit 1930 stellten insgesamt 45 Prinzen den karnevalistischen Hochadel Kempenichs. Zu vielen von ihnen wurden Details zur Person und humorvolle Anekdoten erzählt. Auch die aktuelle „Queen Mum“ der GKKG verfolgte die Ausführungen mit großem Interesse.

Zum Schluss wurde bereits ein Ausblick gegeben: Das nächste Treffen zur Kempenicher Ortsgeschichte findet am 10. März 2026 statt. Dann wird die Veranstaltungsreihe, die seit Jahrzehnten das historische Gedächtnis der Gemeinde lebendig hält, um ein weiteres Kapitel bereichert.

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